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Mit Regiogeld die Wirtschaft vor Ort stärken?

von Enrico Engelstädter am Mittwoch, 7 Februar 2007

WEYHE. “Die Region ist dann stark, wenn wir gemeinsam handeln.” So formulierte Wilfried Wöhlke, Geschäftsführer der Wöhlke EDV-Beratung GmbH, das Motto, unter dem die Unternehmer in Weyhe, Stuhr und Syke, die in ihren Geschäftsstellen die Weyhe-Stuhr-Syke-Card (WSS-Card) akzeptieren, sich bereits jetzt zusammengetan haben. Am Montagabend hatte die GmbH alle Akzeptanzstelleninhaber zum jährlichen Erfahrungsaustausch ins Weyher Rathaus eingeladen: Um Bilanz zu ziehen, aber auch um neue Ideen zur regionalen Kundenbindung vorzustellen.

Bald könne zudem der 20000. Karteninhaber gefeiert werden, erklärte Dagmar Heidtmann aus dem Team der Wöhlke EDV-Beratung. Die meisten Karteninhaber kommen aus Weyhe, wo es mit 62 auch die meisten Akzeptanzstellen von insgesamt 131 gibt. 44 befinden sich in Stuhr, die restlichen 25 in Syke, so Heidtmann. Immerhin etwa zwei Drittel der Karteninhaber nutzten ihre Karte auch. Der Jahresumsatz habe 2006 bei 6366967 Euro gelegen, das seien knapp 350000 Euro mehr als im Vorjahr. Das sei alles schon ein Erfolg, stellte sie fest, aber auch noch ausbaufähig.

Die Möglichkeiten zur Stärkung der regionalen Wirtschaft seien noch lange nicht ausgeschöpft, erklärte auch Wöhlke. Deshalb hatte er Martin Schmidt-Bredow eingeladen, einen Diplom-Kaufmann und Wirtschaftsgeografen aus München, der ein weiteres Instrument zur regionalen Kundenbindung vorstellte: das Regio-Geld. Regionale Währungen, im Prinzip Gutscheinsysteme, die zirkulieren, gäbe es bereits weltweit und auch in Deutschland, erklärte er. Die nördlichen Bundesländer seien bisher allerdings nur schwach vertreten.
Er stellte zwei unterschiedliche Arten von Regionalgeld vor: Bei Variante eins abonnieren oder kaufen Bürger mit Euros die Regio-Scheine im Verhältnis eins zu eins. Damit kaufen sie bei den angeschlossenen Händlern/Dienstleistern ein. Diese wiederum kaufen mit den eingenommenen Regios bei anderen Teilnehmern ein oder bezahlen einen Teil der Löhne. Variante zwei ist nicht durch Euro, sondern durch die Leistungen und Waren der Händler gedeckt. Auch eine Kombination sei natürlich denkbar und werde zum Beispiel in Hagen erfolgreich eingesetzt.

Nach dem Vortrag von Martin Schmidt-Bredow stellte Wilfried Wöhlke einen ersten Entwurf für eine regionale Währung vor, die zusätzlich zur WSS-Card in Weyhe, Stuhr und Syke eingeführt werden könnte: den WSS-Taler. Für die Akzeptanzstelleninhaber ändere sich dadurch nichts, betonte er, denn man könnte die Bonusgutscheine, die Kunden bekommen, wenn sie mit ihrer WSS-Card eine bestimmte Anzahl an Bonuspunkten gesammelt haben, einfach umbenennen. Auch Bürger, die die WSS-Card nicht nutzen, könnten dann in Regio-Geld bezahlen. Jeder könnte WSS-Taler annehmen und weitergeben, aber nur Akzeptanzstellen könnten sie zurücktauschen. Die anwesenden Akzeptanzstelleninhaber standen dem Ganzen zunächst mit einer gewissen Skepsis gegenüber. Die Idee soll aber weiterverfolgt werden. Mehr Informationen dazu bietet ein Tagesseminar der Volkshochschule unter der Leitung von Ralf Becker, das am 13. April in der Sudweyher Wassermühle geplant ist.

Quelle: Weser-Kurier – Regionale Rundschau vom 07.02.2007

Externe Verweise:
http://www.weser-kurier.de

Kategorie → Kundenkarten, Presse

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