Kritik an Stade-Karte: Zu wenig Läden machen mit
Anbieter spricht von einem Entwicklungsprozess – Schon 2760 Karten an Kunden ausgegeben – Gespräche mit Interessenten
Stade (pa). Seit gut vier Wochen ist sie im Umlauf und wird offenbar von den Kunden zunehmend angenommen: die Stade Karte. Aber es gibt auch kritische Stimmen, die sich darüber ärgern, dass es nicht genügend Läden gebe, die dem Bonus-Kartensystem angeschlossen sind.
Bei Hertie gelte die Karte nicht und bei den meisten Filialisten auch nicht, ärgert sich ein Anrufer und Stade-Karten-Inhaber in einem Telefongespräch mit der Redaktion. Erklären können Hans-Joachim Rösler vom Aktuellen Stade und Eva Kruse vom Kartenbetreiber Wöhlke-EDV aus Weyhe bei Bremen diese Situation ganz einfach: Filialunternehmen dürften vor Ort oft keine Einzelentscheidungen treffen und hätten – wie eben Hertie auch – oft ein eigenes Kartenbonussystem, sagt Eva Kruse. „Dabei sind wir mit dem Hertiegeschäftsführer vor Ort im Gespräch. Da gibt es durchaus Interesse, aber Bindungen an ein anderes System“, ergänzt Hans-Joachim Rösler.
Stades Wirtschaftsförderer Thomas Friedrichs, der als Mitglied des gemeinsamen Citymanagements in das Thema eingebunden ist, sieht die Karte vor allem als Stützungsinstrument für den Facheinzelhandel in der Innenstadt. Hertie dabei zu haben wäre sicher schön, aber andere Filialisten seien gar nicht unbedingt die Zielgruppe der Stade-Karte.
Seit dem Start der Karte Anfang August nehmen 42 Läden, Dienstleister und Gastronome an dem System als Akzeptanzstellen teil. Dazu zählen auffällig viele Optiker, Blumenläden, Fotogeschäfte, einige Gastwirte und sogar mehrere Wochenmarkthändler. Bekleidungs- und Textilgeschäfte dagegen fehlen fast völlig. Eine Liste der Läden und Betriebe findet sich im Internet.
Für Eva Kruse ist mit diesen 42 Teilnehmern noch längst nicht das Ende erreicht, aber sie weiß, dass sich manche Händler schwertun und viel Überzeugungsarbeit geleistet werden muss. „Viele gucken erst mal, wie es läuft, warten einfach ab“, hat sie festgestellt. Manche schrecken wohl auch die Kosten: Die teilnehmenden Geschäfte geben auf jeden Einkauf mit der Stade Karte zwei Prozent Rabatt und ein Prozent dieses Umsatzes müssen sie noch an den Kartenbetreiber weitergeben. Gleichwohl liefen mehrere Gespräche mit Interessenten, sagt Rösler, der als Vorsitzender des Aktuellen Stade Kooperationspartner des Weyer Kartenanbieters ist. Er ist überzeugt, dass die Zahl von 100 Akzeptanzstellen in ein, zwei Jahren durchaus realistisch ist.
Als Erfolg bewerten die beiden die Annahme der kostenlosen Karte bei den Kunden. 2760 Karten wurden bisher ausgegeben. Jeden Tag gingen viele neue Anträge ein, sagt Kruse. Ein Risiko geht der Kunde damit übrigens nicht ein, denn seine Daten werden nicht an Dritte oder die teilnehmenden Geschäfte weitergegeben.
Wer sich für die Karte interessiert, kann unter Telefon 0 800/ 1 00 05 91 Infos bekommen. Web-Tipp: www.stade-karte.de
Quelle: Tageblatt Online vom 30.08.2007
Externe Verweise:http://www.tageblatt.de/db/main.cfm?DID=993171
